Niedrigzinsen – wenn sich das Wetter wendet

    Niedrigzinsen – wenn sich das Wetter wendet

    Lebensversicherer klagen über die Niedrigzinsen, was aber wenn sich plötzlich das Blatt wenden würde?

    Gemäß einer Studie für die Bundesbank hätten bereits 2 Prozent höhere Zinsen für die Versicherungen zahlreiche Kündigungen zur Folge. Die Kunden würden dann ihr Geld lieber bei der Bank anlegen und die Zinsen mitnehmen, als bei den Versicherungen zu verharren.

    Bei steigenden Zinsen profitieren die Versicherten nicht direkt von Zinsen, bei den Banken allerdings schon. Wobei auch bei den Versicherungen gilt, kündigen wird teuer, wenn dahinter keine fehlerhafte Widerrufsbelehrung steht. Ist die Widerrufsbelehrung korrekt abgefasst, ist bei einer Kündigung mit Zahlreichen zusätzlichen Kosten zu rechnen.

    Genau diesen Moment übersieht jedoch das Forschungspapier der Bundesbank. Dort gingen die Forscher davon aus, dass die Lebensversicherungen ihr Portfolio mit Wertpapieren mit langen Laufzeiten aufgefüllt haben, um überhaupt noch Zinsen auf das Kapital zu bekommen. Würden nun die Zinsen steigen, könnten die Erträge aus diesen Wertpapieren nicht mithalten.

    Dabei sollte man eines nicht übersehen, das Wort „wenn“. Solange die EZB Ihre Politik des billigen Geldes beibehält, kann von steigenden Zinsen nicht die Rede sein – je mehr Geld auf dem Markt ist, um so weniger ist das Geld wert und um so geringer die Zinsen. Selbst wenn morgen die EZB ihre Investitionspolitik ändern würde, bedeutet dies nicht automatisch steigende Zinsen – im Gegenteil, eine Wirtschaftskrise in einigen europäischen Ländern wäre die Folge und diese Krise lässt sich nicht einfach auf wenige Länder begrenzen. Insofern stimmt das Forschungspapier der Bundesbank nur dann, wenn dabei übersehen wird, dass sich die Zinsentwicklung und die Geldpolitik auf den gesamten europäischen Raum erstreckt und nicht nur auf Deutschland.

    Deutschland kann auch nicht im Alleingang die Zinsen erhöhen und schon gar nicht das Geld verteuern. Die EZB wird ihre Investitionspolitik des billigen Geldes mindestens bis September 2016 beibehalten und selbst wenn sie dann einen Korrekturwechsel vornehmen möchte, so einfach wird dies kaum gehen. Billigem Geld einfach teures Nachwerfen – das funktioniert in der Wirtschaft nicht. Man könnte nur langsam das Geld verknappen und jeweils um ein halbes Prozentpunkt nach oben bei den Zinsen gehen. Die EZB hat exakt die Fehler der FED wiederholt – geht es der Wirtschaft schlecht, dann schmeißen wir die Druckermaschinen an. Länder die Defizite von weit über 50 Prozent des BIP aufweisen, würden an den Rand des Kollaps gebracht werden. Übrigens ein Kollaps der alle anderen Staaten im Euroraum mitreißen würde.

    Das Problem sind jedoch Versicherungsverträge die mehr Gewinn versprechen als die Versicherungen tatsächlich machen und damit an ihre Versicherten weitergeben können. Insofern ist tatsächlich bei manchen Versicherten ein Liquiditätsproblem nicht von der Hand zu weisen, und zwar dann, wenn plötzlich zu viele Versicherungen zur Auszahlung gelangen sollte. Dies ist auch der Grund, warum die IWF letzte Woche bedenken geäußert hat, und gar Insolvenzen unter einigen Versicherungen in der Zukunft nicht ausschließt.

    Dennoch ist nicht in absehbarer Zeit mit einem ansteigen der Zinsen um 2 Prozent zu rechnen. Aber, es gibt andere Arten seine Gelder anzulegen als dies die Versicherungen tun und genau darum kann es Sinn machen vorzeitig seine Lebensversicherung zu kündigen, allerdings nur dann, wenn eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung vorliegt.

    Gerne sehen wir uns Ihre Verträge auf eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung hin an und beraten Sie mit welcher Anlagestrategie sie langfristig besser fahren, als mit einer Versicherungsstrategie. Sprechen Sie einfach unverbindlich mit uns!

    Quelle: Bundesbankstudie